| 
|
Na
Bumm! Mr. Piet schickt mir einen link mit dem lapidaren Kommentar: "hurch
da des mal an". Die Website von PAIN INC. ist g´schmackig hergerichtet,
macht neugierig. Schau ma also ein Sprüngerl in den Downloadbereich
und hör´ ma sich ein Sample an, "Acceptance". Und
kurz darauf rieselt der Putz von den Wänden, so gasen die Mannen
an. Energie pur, entfesselt aus den Lautsprechern geprügelt, an selig´
Steve Albini und Big Black erinnernd. Das ist die Musik, die amokfahrende
Bulldozerlenker hören, während sie mit full power gartenzwergbesiedelte
Rosengarten-Suburbs für die nächsten tausend Jahre in unbewohnbare
Wüste verwandeln. "Common Day", das zweite feine Sample
holpert sich in unplugged- Manier mit emotionslosem Gesang in eine zähe,
sich immer mehr verdichtende Lavamasse aus Brutalo-Voice und distorted
Stromgitarren. Leiwand! Nebenbei: Ein MUSTGO auf der PAIN INC. page sind
die unglaublich grindigen short movies aus der Cselley-Mühle. Aus
dem Haus Cselley-Mühle stammt auch der vorliegende Tonträger
"Morphium" aus dem Jahre Y2K2. Der 46 Sekunden-appetizer "X"
stimmt als eine Art amuse gueule für Kettensägen-massaker-Fans
auf das schon erwähnte "Acceptance" ein. Das schon erwähnte
Common Day heißt nun "My Day" und pickt nachwievor wie
zentnerschwere Asphaltklumpen an den gestiefelten Ohren. "Well",
"Wake Up" und "Comeback" graben sich rasant durch
die Gehörgänge und hämmern wuchtig an die Wände des
Zentralen Nervensystems. Gut so! "Just A Thought", die letzte
Nummer, schrammt knapp an Motörheads "Iron Fist" vorbei.
Also alles in allem eine gelungene Sache. Nur noch eines: diese Herrschaften,
die keinen internationalen Vergleich zu scheuen brauchen, kommen aus dem
Osten des Ösi-Landes, nämlich aus Eisenstadt. Eisenstadt im
Burgenland, wo früher Joe Haydn, fest unter der Knute derer von Eszterházy,
den Höhepunkt der Klassik herbeikomponierte. Ein fertiles Pflaster
also für gewichtige Klangkünstler. "Morphium" von
PAIN INC. der Tipp des Monats. Reinhören! In diesem Sinne, Euer Lord.
|